Die Himmelsscheibe von Nebra und die germanischen Wochentage

Unsere Wochentage tragen noch immer, etwas versteckt, die Namen der germanischen Mythologie – obgleich wir schon zweitausend Jahre das Christentum haben. Es müssen wichtige Argumente für die Erhaltung vorgelegen haben. Die Bezeichnungen der Wochentage haben einen Grundstock, die nicht allein einer Kalenderberechnung diente, sondern altes Wissen überlieferte. Unsere Kultur ist viel älter und kennt noch aus den Sagen und Mythen manches aus der ganz alten Erdgeschichte.

Germanische Sonnenscheibe?

Im Juli 1999 wurde in Sachsen-Anhalt eine Sonnenscheibe aus Bronze gefunden (die sog. „Himmelsscheibe von Nebra“, siehe Bild oben). Sie ist nun im Landesmuseum für Vorgeschichte in Halle zu sehen. Die geschmiedete Platte gehört zu der weltweit ältesten korrekten Darstellung des Himmels aus der Bronzezeit. Das Alter wird auf 3700 – 4100 Jahre geschätzt. Man vermutet, das Kupfer kam aus den Erzminen der Ostalpen. Ich kann nicht sagen, wie die Wissenschaftler feststellen, woher ein Metall kommt. Die einen vermuten, das Gold stammt aus England, die anderen aus Siebenbürgen. Gold gab es jedoch auch in den Alpen. Warum sollten die Fachleute über’s Meer reisen, wo doch das Zentrum der astronomischen Wissenschaft in Sarmisegetuza der Hauptstadt der Geten war und zum eigenen Kulturraum gehörte. Die bisher ältesten Schriftzeichen wurden an der Donaumündung gefunden. Dort befindet sich ein Steinkalender wie in Stonehenge. Die genaue Kalenderrechnung wurde im Römischen Reich als unsere Zeitrechnung „nach Christus“ übernommen.

Erstaunlich bei der Himmelsscheibe von Nebra sind die auffallend dargestellten sieben Sterne der Plejaden. Ranken sich darum alte Überlieferungen, die mit der Siebentagewoche zusammenhängen? Falls die astronomischen Kenntnisse seit uralter Zeit vorlagen, so hatten die Namen der Wochentage (wie bei vielen anderen Überlieferungen) wichtige Bedeutungen. Damals wurde das Wissen in vielen anderen greifbaren Formen vermittelt, da es keine Bücher gab. Die mündlichen Überlieferungen an Balkan und in den Karpaten erzählen von Astronomiekundigen, wie Melchizedek, der nicht nur von der Bibel als gerechter Mann bekannt ist. Abraham gab Melchizedek den Zehnten, erzählt die Bibel.

Rückseite der "Himmelsscheibe von Nebra", gefunden in Sachsen-Anhalt

Rückseite der „Himmelsscheibe von Nebra“, gefunden in Sachsen-Anhalt

Bildrechte: „Die Rückseite der Himmelsscheibe von Nebra…“ Patrik Tschudin Flickr creative commons 2.0

Die Siebentagewoche erinnert an die Schöpfung, die vergangene Jahrhunderte als „Märchen“ gelesen wurde, da die alten Schriften nicht mehr im ganzen Umfang verstanden wurden. Sie konnten wegen dem vergessenen Wissen nicht mehrdimensional überlegt werden. Man stellte sich durch die lineare Schreibweise vor, dass in einer Woche die Erde und der Himmel erschaffen wurde. Als die Kirche entstand, kannte man noch die alten Werte im mehrdimensionalen Text und ließ deshalb auch die „germanischen“ Bezeichnungen für die Wochentage stehen. Man nahm nicht die Grausamkeiten der Bibel, sondern die wieder zu erschließenden Werte. Aus dem fernen Norden und weit entfernten Ländern, wie Island, holen wir die alten Sagen zurück und verstehen sie noch immer nicht ganz richtig in der vollen Bedeutung. Einiges ist in den veränderten Sprachausdrücken noch immer verborgen, manches wurde verschoben. Die Erzählungen wurden nicht so wortgetreu überliefert, da keine schriftliche Überlieferung vorlag. Die Sprache hat sich vielfach verändert.

Die Wochentage und ihre ursprüngliche Bedeutung

Es erstaunt, dass in Italien die Wochentage den Planeten zugeordnet wurden. Der Sonntag, italienisch „domenika“, Tag des Herrn, erinnert uns an die Sonne. Der Montag an den Mond. Das erscheint einwandfrei, doch wir wissen nicht, warum diese Namen für die Wochentage gegeben wurden. Der Dienstag erinnert an dienen. Er entspricht dem kämpferischen Mars. Bei Mittwoch denken wir an die Mitte der Woche. Italienisch heißt er mercuri. Merkur wird mit Intelligenz verbunden. Die deutsche Entsprechung ist Wodan oder Odin. Ich merke mir das immer in Kombination mit – Wo dan, wo und wie getan. Am Donnerstag können wir der alten Mythologie des “Donar” begegnen. Nicht weil es da stets donnert, sondern weil Donar zum Richten die Attribute Blitz und Donner bekam. Das steht für Entladung und Erhellung nicht nur im physikalischem Umfeld. Thor, der Gott des Donners aus der Germanischen Mythologie, wird mit Hammer oder Axt dargestellt, der mit seinem Wagen über das Firmament fährt und die Welt der Menschen beschützt. Thor (Donar westgermanisch) wurde Jupiter gleich gesetzt, im übertragenen Sinn dem “Wohlstand”. Der Jupiter ist der größte Planet, der um die Sonne kreist. Der Freitag galt als der Tag der Venus (italienisch venerdi) und ist der germanischen Göttin Frija (Frigg) gleichgesetzt, der Gemahlin von Odin. Samstag, italienisch Sabbato, erinnert an Saturn, dargestellt als Apollo. Die Römer feierten die Saturnalien, ähnlich wie die Geburt Christi. Es ist der Wochentag der Erde. Apollo wurde “erdgeboren”. Der Planet Saturn steht am Rande der Planetenreihe. Er wäre der erste Planet, dem man begegnen würde, von außen her betrachtet.

Die Abbildung der Sonnenscheibe aus Bronze lässt vorstellen, wie die Form Verwendung fand. Mit ihr lassen sich die Mythen mit ihrem vermutlich noch weiterem, verborgenem Wissen aus älterer Zeit erahnen, denn diese sprechen von langen Zeiträumen, weit vor unserer Vorstellung.